StudiumPlus-Studierende planen Zukunft für die Tafel Wetzlar

Angehende Master erarbeiten Handlungskonzept für den Generationenwechsel an der Spitze

Seit mehr als 20 Jahren stellt die Tafel Wetzlar Lebensmittel für Hilfebedürftige zur Verfügung. Für die rund 1500 von Armut betroffenen Familien (ca. 3.400 Personen) ist sie unverzichtbar. Wie auch viele Unternehmen steht die Tafel vor der Nachfolge-Herausforderung, der Generationenwechsel an der Spitze ist absehbar. Die fünf Hauptamtlichen in der Leitung sind alle Jahrgang 1962 bis 1966 und damit in Sichtweite zur Rente. Damit die Nachfolge innerhalb weniger Jahre erfolgreich gelingen kann, hat ein Team von vier StudiumPlus-Studierenden ein Handlungskonzept erarbeitet.

Durch die Inflation und den Ukraine-Krieg ist die Nachfrage in den Tafelläden zuletzt abermals stark gestiegen, berichtet Tafel-Leiter Diakon Christof Mayer von der evangelischen Kirchengemeinde Niedergirmes. Aktuell werden 1050 Lebensmittelportionen pro Woche ausgegeben. Vor zwei Jahren waren es noch 680. Auch aus anderen Gründen macht sich Mayer Gedanken über die Zukunft: „Wie kann ein kleiner Betrieb die Nachfolge in den sehr unterschiedlichen Arbeitsbereichen Lager/Logistik, Küche, Leitung, Hausmeisterei und Verwaltung in einem relativ kurzen Zeitraum von vier Jahren gut vorbereiten, in Angriff nehmen und gestalten?“ Diese Frage haben sich die vier Studierenden Niklas Scheibel, Henri Oetken, Dominik Ritter (alle Bachelor-Absolventen Wirtschaftsinformatik) und Nora Belaraibi (Bachelor Wirtschaftspsychologie), zur Aufgabe für ihr Interdisziplinäres Kooperationsprojekt im Master-Studiengang Future Skills und Innovation (FSI) gemacht. Entstanden ist nach vier Monaten intensiven Teamworks ein Handlungskonzept zur Sicherstellung der innerbetrieblichen Übergabe. Das über Jahre gewachsene Know-how der leitenden Tafel-Angestellten soll mit deren Ausscheiden nicht verloren gehen, sondern nachhaltig an die nächste Generation weitergegeben werden können. Ihre Ergebnisse haben die Studierenden, die für das Projekt in die Rolle einer Beratungsgesellschaft geschlüpft sind, jetzt den Tafel-Verantwortlichen präsentiert. Unter anderem kommen darin Methoden aus dem Lean Management zum Einsatz.

Zum Auftakt hatte das Projektteam die aktuelle Aufgabenverteilung innerhalb des Tafel-Betriebs auf Optimierungspotenziale hin untersucht, ein Benchmarking mit vergleichbaren Einrichtungen angestellt sowie Schwachstellen im Rahmen von Arbeitsplatzbegleitungen identifiziert. Anschließend wurden die Handlungsempfehlungen formuliert, allen voran angepasste Prozessdokumentationen, die bislang fehlen oder veraltet sind. Die Dokumentation biete mehrere Vorteile, führten die Studierenden aus. So entstehe durch klar definierte Prozesse Transparenz, die Möglichkeit zur Optimierung und schließlich zu einer nachhaltigen Übergabe. Zudem empfahlen die Studierenden dem Tafel-Team konkrete digitale Tools für die Dokumentation, den Informationsaustausch und für die digitale Aufgabenzuweisung sowie die Anfertigung eines Organigramms mit Stellenbeschreibungen, Vorlagen und passende Portale für Stellenausschreibungen sowie die Teilnahme an Seminaren zur Gestaltung des Generationenwechsels, angeboten durch den Tafel-Verband. Für die Umsetzung der Maßnahmen wird das Projektteam in den kommenden Wochen und Monaten als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Für die wertvollen Anregungen und die vielen Informationen zur Gestaltung der Zukunft der Tafel Wetzlar dankten den Studierenden Diakon Christof Mayer, Hans-Peter Bautz (Hausmeisterei), Susanne Kürten (Küche) und Dirk Jakob (Verwaltung) und Christoph Lowak (Lager). Vor allem die Bedeutung der Prozessdokumentation sei deutlich geworden, wissend um den Zeitaufwand, den diese mit sich bringe. Für die FSI-Studierenden hatte das Tafel-Projekt seinen besonderen Reiz, es habe ihnen viel Freude bereitet, erklärten alle vier. Weil es sich um eine soziale Einrichtung fern der Gewinnmaximierung handele, weil sie dabei den besonderen Wert des Tafel-Arbeit kennengelernt hätten, und auch, weil sich das Thema der Nachfolgeproblematik unmittelbar auf Unternehmen übertragen lasse. Ziel sei es gewesen, mit geringem finanziellen Aufwand den größtmöglichen Nutzen zu erzielen“, so Henri Oetken.

Ebenfalls beeindruckt von dem Ergebnis ist Prof. Dr. Jens Hoßfeld, der das Team als Mentor betreut hatte. Er sieht in dem Projekt eine wertvolle neue Erfahrung für die Studierenden im Spannungsfeld von Generationenwechsel, Digitalisierung und Gemeinnützigkeit mit einem großen Mehrwert für alle Beteiligten.

Pressemitteilung der THM

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